Bandwürmer |
Bandwürmer sind im Darm von Wirbeltieren schmarotzende Plattwürmer. Die einzelnen Arten können sehr unterschiedlich groß werden von einigen Millimetern bis 30 Meter Länge.
Bandwürmer haben einen stecknadelkopfgroßen, mit Hakenkranz und Saugnäpfen besetzten Kopf. Die Nahrungsaufnahme erfolgt über die Haut, da sie kein Darmsystem besitzen. Ein stark zurückgebildetes Nervensystem und keine Augen sind ebenfalls typisch. Der Körper besteht aus vielen Gliedern, die alle gleich aufgebaut sind. Jedes Glied besitzt männliche und weibliche Geschlechtsorgane, ist also zwittrig. Während am Halsteil ständig neue Körperglieder gebildet werden, lösen sich am Ende ständig bis zu 11 Glieder täglich ab. Jedes Glied enthält mehrere Millionen befruchtete,entwicklungsfähige Eier.
In ihrer Entwicklung durchlaufen die Bandwürmer mehrere Entwicklungsstadien. Die Eier gelangen über die Nahrung in den Darm des Zwischenwirtes. Dort entwickeln sie sich zu Hakenlarven. Diese wandern durch den Körper des Zwischenwirtes zu bestimmten Organen, wo sie sich dann zur Finne entwickeln. Der Haupt- oder Endwirt nimmt die Finne mit dem Fleisch des Zwischenwirtes auf. Im Darm des Endwirtes entwickelt sich zum Teil über einen Zeitraum von 4 Monaten aus der Finne der Bandwurm.
Bandwurmfinnen bestehen nur aus dem Kopf, dem Halsteil und einem blasenförmigen Ende, deshalb werden sie auch als Blasenwurm bezeichnet. Sie liegen im Zwischenwirt bis zu 30 Jahre eingekapselt in der Muskulatur, dem Gehirn, der Leber oder anderen Stellen mit hoher funktioneller Beanspruchung.
Die Lebensdauer im Endwirt kann bis 40 Jahre und mehr betragen.
Es werde ca. 1500 Bandwurmarten unterschieden.
Beispiele für Bandwurmarten mit ihren Zwischen- und Endwirten:
Bandwurmart |
Zwischenwirt |
Endwirt |
Fischbandwurm |
Fische, Ruderfußkrebse |
Mensch |
Hundebandwurm |
Pflanzenfresser (z.B.Schwein) und der Mensch |
Hund |
Quesenbandwurm |
Schaf |
Hund |
Schweinebandwurm |
Schwein |
Mensch |
Rinderbandwurm |
Rind |
Mensch |
Verschiedene Bandwurmarten |
Schnecken, Käfer, Fliegen |
Hühner und Wassergeflügel |
Die Auswirkungen der Bandwürmer sind im wesentlichen bei allen gleich: Sie entziehen dem Wirt Nährstoffe, können durch ihr Ansaugen den Darm verletzen oder zu Entzündungen führen und damit eine allgemeine Schwäche des Wirtes verursachen.
Sehr unterschiedlich sind allerdings die Auswirkungen der Finnen z.B. des Quesenbandwurmes, des Blasenwurmes oder des Rinderfinnenbandwurmes im Zwischenwirt.