Kokzidienbefall |
Kokzidienbefall tritt vorwiegend bei 8 20 Wochen alten Kälbern aber auch bei Jungrinder als Stall- und Weideinfektion unter unhygienischen Haltungsbedingungen auf.
Die Parasiten benötigen für ihren Reifungsprozeß in der Außenwelt Wärme, Feuchtigkeit und Sauerstoff.
Beim Weidegang findet man diese Bedingungen an feuchten, kotverschmutzten Tränke- und Futterstellen oder überweideten Kälberkoppeln am Stall (Auslauf am Stall).
Bei der Stallhaltung sind ungenügend eingestreute Teilspaltenboden und Tieflaufställe mit verschmutzten Kotstufen, ungenügend entmistete Kälberbuchten und überbelegte Laufhöfe ideale Bedingungen für die Entwicklung der Kokzidien.
Erkrankte Tiere leiden etwa 3 6 Tage unter anhaltendem dünnbreiigem bis wäßrigem, senffarbenen Durchfall, der in schweren Fällen blutig ist (Rote Ruhr). Durch den Flüssigkeits- und Nährstoffverlust kommt es zu Abmagerung, Kräfteverfall, Blutarmut und Kümmern. Etwa ein Drittel der Kälber können dabei verenden.
Zwei bis drei Wochen nach der Aufnahme der Kokzidien scheiden die Kälber infektiösen Kot aus, der nach 3 Wochen Reifung der Erreger zu neuen Erkrankungen führen kann.
Auf Grund des Krankheitsbildes und einer Kotuntersuchung wird die Kokzidiose diagnostiziert. Erkrankte Tiere sind sofort trocken aufzustallen, mit kokzidienwirksamen Medikamenten zu behandeln sowie bei schwererkrankten ein zusätzlicher Flüssigkeitsersatz zu gewährleisten.
Vorbeugende Hygienemaßnahmen wie ausreichende Einstreu und Entmistung, Trockenlegung der Weidetränk- und futterplätze, regelmäßige Laufhofreinigung und weidegerechter Viehbesatz sind durchzuführen. Weiterhin können über das Futter oder die Tränke Kokzidiostatika vorbeugend verabreicht werden. Kokzidiostatika sind zugelassene Futterzusatzstoffe, d.h. keine Medikamente. Vor einer Schlachtung der Tiere ist allerdings eine Wartezeit einzuhalten.