Leberegel-Befall |
In Europa wird die Erkrankung durch den großen Leberegel hervorgerufen.
Nach der Aufnahme des mit Larven verseuchten Futters durchbohren die jungen Egel die Darmwand und wandern über die Bauchhöhle in die Leber, wo sie nach ihrer 6-wöchigen Wanderung in die Gallengänge eindringen. Dort verursachen sie Gallengangentzündungen, die Leberschäden und Gallensaftabflußstörungen nach sich ziehen.
Bereits 3 Wochen nach der Infektion können Durchfall, Verstopfung und eingeschränkte Pansentätigkeit auftreten. Je nach Stärke des Befalls kommt es zu Leberveränderungen, Abmagerung und Milchrückgang. Besonders bei Jungrindern kommt es zu deutlich verringerten Tageszunahmen. Störungen des Allgemeinbefindens mit Schwindel, Zittern und Krämpfen ist möglich. Bei längerem Verlauf kommt es zu Verhärtungen der Leber (Leberzirrhose), Gelbsucht und schwerer Wassersucht (Ödeme) an Hals und Unterbrust.
Die Diagnose ist aufgrund der nicht charakteristischen Krankheitsanzeichen schwierig. Nur der Nachweis von Leberegeleiern im Kot, der über mehrere Tage untersucht wird, ist relativ sicher. Oft wird ein Befall erst bei der Schlachtung erkannt.

Quelle: Medizinische Tierklinik, Ludwig-Maximilians-Universität München
Leberegel scheiden pro Tag 8.000 25.000 Eier aus, die schubweise und nicht täglich mit dem Kot abgehen. Aus den Eiern entwickeln sich nach 10 42 Tagen Larven, die als Zwischenwirt die Zwergschlammschnecke infizieren, diese später verlassen und sich an Pflanzen anheften, wo sie von den Rindern aufgenommen werden.
Weidehygienische Maßnahmen sind für die Verminderung des Leberegelbefalls von Bedeutung.
Ziel ist es, die Aufnahme von Larven über das Futter einzuschränken. Als Maßnahmen dazu wären zu nennen:
Eine weitere Möglichkeit stellt die Reduzierung der Zwergschlammschnecken mit Molluskiziden (Weichtiere vernichtende Mittel) dar. Allerdings sind die ökologischen Begleitschäden dabei nicht vertretbar. Deshalb sollten sich die Maßnahmen darauf beschränken, die Lebensräume der Schnecke auf den Weideflächen zu reduzieren. Dazu sind folgende Maßnahmen geeignet.
Die Behandlung befallener Tiere ist möglich, erfordert aber bei Milchkühen wegen der Arzneimittelrückstände eine Wartezeit, die meist sehr schwer einzuhalten ist.