Mastitis

Die Mastitiden sind Euterentzündungen, die in subklinischer, chronischer und akuter Form auftreten können. Hierbei handelt es sich um infektiöse Faktorenkrankheiten, d.h. das ihre Entstehung von Umweltfaktoren, tierindividuellen Eigenschaften und Infektionserregern abhänging ist.

Ursache für die Erkrankung ist mangelnde Hygiene, falsch durchgeführte Melkarbeit, Fütterung, das Aufstallungssystem (Laufstall- oder Anbindehaltung) sowie Verletzungen der Zitzen. Eine Rolle spielt auch die Herdengröße. Je mehr Tiere, desto höher ist die Arbeitsintensität, die sich negativ auf die Eutergesundheit auswirken kann. Bei guter Herdenführung tritt dieses Problem weniger stark in Erscheinung. Dies bedeutet, das ein gesundes Euter einer gesunden Kuh durch Umwelteinflüsse so geschwächt werden kann, daß die Abwehrmechanismen des Euters nicht mehr ausreichen, die Vermehrung der Infektionserreger aufzuhalten. Besonders anfällig sind Kühe mit einer hohen Milchleistung.

Bei der subklinischen Form der Mastitis ist der Zellgehalt der Milch erhöht. Entzündungen sind äußerlich nicht feststellbar. Die Milchleistung des Euters oder Euterviertels ist vermindert. Veränderungen bestimmter Eigenschaften und Inhaltsstoffe der Milch (z.B. pH-Wert, Natrium- und Kalziumgehalt) sind im Labor nachweisbar. Diese Form der Mastitiden tritt sehr häufig auf und führt in Deutschland jährlich zu ca. 600 Millionen DM Verlusten.

In chronischer Form tritt Schwund und Verhärtung der Drüsenmasse auf die nur selten rückgängig zu machen ist. Dies führt zu einem Leistungsabfall und zur sichtbaren Qualitätsminderung. Die Milch enthält Eiterflocken und weist einen deutlich erhöhten Zellgehalt auf. Tiere mit chronischer Mastitis stellen als Dauerausscheider von Krankheitserregern eine wesentliche Infektionsquelle für die Milchviehherde dar.