Pansentympanie

Die Pansentympanie wird durch eine Gasansammlung hervorgerufen, die durch Fehlgärung des Futters im Pansen entsteht.

Dabei kann es zur Entstehung einer einzigen großen Gasblase im oberen Pansenraum oder zur schaumigen Gärung kommen. Die schaumige Gärung verläuft rascher und mit schwereren Krankheitserscheinungen.

Nach der Aufnahme von leicht gärenden Futtermitteln wie jungem Klee und anderen Leguminosen oder Gras, kraftfutterreichen Rationen, Schlempe, Treber, rohen Kartoffeln oder von Futter in gefrorenem, bereiftem bzw. taufrischem Zustand stellt das Rind zunächst die Futteraufnahme ein. Der Bauchumfang nimmt linksseitig rasch zu. Kolikartige Schmerzen führen zu Unruhe, Schlagen nach dem Bauch und Schweißausbrüchen. Die Tiere kauen leer, gehen auf und ab und schlucken ständig, um sich so Erleichterung zu verschaffen. Je mehr das Tier aufbläht, desto mehr verflacht die Atmung. Das Tier bricht nieder und verendet schließlich unter Krämpfen.

Die schaumige Gärung ist durch eine relativ gleichmäßige Zunahme des Bauchumfanges charakterisiert. Die Ausbildung einer Gasblase ist durch ein Aufblähen im linken oberen Bauchviertel gekennzeichnet.


Quelle: Medizinische Tierklinik, Ludwig-Maximilians-Universität München

Die Behandlung besteht im Ablassen des Gases mit einer Nasenschlundsonde. Nur in schweren Notfällen ist der Pansenstich mit dem Trokar durchzuführen.

Bei der schaumigen Gärung wird mit silikonhaltigen Mitteln der Schaum zerstört.

Vorbeugend sind die bereits genannten Fütterungsfehler zu vermeiden. Auf einen ausreichenden Anteil an strukturierter Rohfaser ist zu achten. Bei Futterumstellung z.B. auf Herbstzwischenfrüchte oder Weideaustrieb ist eine ausreichende Übergangsfütterung durchzuführen. Auf Herbst- und Winterweiden sind Raufen mit Heu und Stroh aufzustellen.