Parasitosen sind Erkrankungen, die durch Parasiten
(Schmarotzer) hervorgerufen werden. Parasiten sind Tiere und Pflanzen, die sich auf oder
in anderen Lebewesen aufhalten und sich auf deren Kosten ernähren. Das von Parasiten
befallene Tier bezeichnet man als Wirt.
Parasiten schädigen ihren Wirt durch Nährstoffentzug
(z.B. Bandwurm), Verletzung innerer Organe (z.B. Lungenwurm, Leberegel), Blutsaugen (z.B.
Läuse, Hakenwürmer), Verstopfung des Darmes (z.B. Spulwurm) und durch schädliche oder
giftige Stoffwechselprodukte (Ausscheidungen).
Parasitenbefall wirkt leistungsmindernd und kann bei
jüngeren und geschwächten Tieren zu schweren Krankheitserscheinungen auch mit Todesfolge
führen. Die Schwere der Erkrankung ist ebenfalls von der Art der Parasiten und ihrer
Anzahl abhängig. Ältere Tiere bilden im Laufe der Zeit Abwehrstoffe gegen die meisten
Parasiten, aber diese Immunität kann durch Belastungen (z.B. Mangelernährung,
Trächtigkeit) durchbrochen werden.
Es werden zwei Gruppen von Parasiten unterschieden:
- Ektoparasiten, die auf der Haut oder im Fell bzw.
Gefieder des Wirtes schmarotzen. Dazu zählen Fliegen, Mücken, Läuse, Flöhe, Haar- und
Federlinge, Milben und Zecken. Folgen des Befalls mit Ektoparasiten sind Beunruhigung,
Blutarmut (Läuse), Haar- bzw. Federausfall. Die für die Tierproduktion schwerwiegendsten
Folgen sind die Übertragung von Krankheiten (besonders Infektionskrankheiten) und anderen
Parasiten (Moosmilbe überträgt Bandwürmer auf das Rind, Flöhe tun dies bei
Fleischfressern).
- Endoparasiten, die im Inneren des Wirtes schmarotzen.
Dazu zählen viele verschiedene Wurmarten des Magen-Darm-Kanales (z.B. Bandwurm, Spulwurm)
, Großer und Kleiner Leberegel, Lungenwurm sowie Kokzidien. Bei den meisten Endoparasiten
findet ein Generationswechsel statt, das heißt, zwischen Ei und voll ausgebildetem
Parasiten gibt es ein oder zwei Larvenstadien, die oft auch mit einem Wirtswechsel
verbunden sind (z.B. Leberegel, Rinderfinnenbandwurm). Die Aufnahme der
ansteckungsfähigen Stadien (Eier, Larven) erfolgt meist über mit Kot verunreinigtes
Futter oder über Futter, in das die bei Feuchtigkeit gut beweglichen Larven ausgewandert
sind. Im Darm entwickeln sich die Larven und beginnen eine Körperwanderung, bei der sie
die verschiedensten Organe schädigen.
Parasitosen in der Tierproduktion sind meist Weideparasitosen und können durch
ordnungsgemäße Weidehygiene vermieden oder sehr stark eingegrenzt werden.