BSE
(Rinderwahnsinn)

BSE steht für Bovine Spongiforme Encephalopathie.
Dabei handelt es sich um eine zu schwammartigen Veränderungen führende Gehirnerkrankung beim Rind.

Während das Krankheitsbild beim Rind erstmalig 1986 in England festgestellt wurde, kennt man seit langem Krankheiten, die Ähnlichkeiten untereinander und mit BSE aufweisen:

Auch diese Erkrankungen werden in den Krankheitskomplex der "Übertragbaren Spongiformen Enzephalopathien" eingeordnet.

Als Ursache für die Entstehung von BSE steht mit großer Wahrscheinlichkeit die Verfütterung von Tierkörpermehl scrapiekranker Schafe fest. Durch veränderte Technologien bei der Tierkörpermehlherstellung (Aus Kostengründen wurde die Temperatur bei der Herstellung gesenkt.) und dessen Verfütterung besonders über Kraftfutter für Kälber, konnte der Erreger der Scrapie ungeschädigt in das Rind gelangen und sich dem neuen Wirt anpassen.

Die Zahl der BSE-Erkrankungen erreichte im Winter 1992/93 mit monatlich ca. 4.000 Fällen in Großbritannien seinen Höhepunkt. In Deutschland wurden lediglich 4 Erkrankungen bei importierten Tieren beobachtet.

Der Erreger der BSE ist noch nicht sicher erkannt. Man weiß nur, dass er äußerst stabil ist und es sich wahrscheinlich nicht um einen Mikroorganismus handelt, sonder um ein Eiweißpartikel. Diese Erkenntnis stützt sich auf Experimente zur Übertragung der Krankheit. Dabei konnte sie mit der Milch oder dem Fleisch von BSE-kranken Tieren nicht übertragen werden, sondern nur mit erkrankten Gehirnmaterial.

Befallen werden meist Kühe im Alter von 3 – 6 Jahren. Die Inkubationszeit wird auf mehrere Jahre geschätzt. In Folge der Gehirndegeneration verändern die Tiere ihr Verhalten. Es beginnt mit häufigem Ablecken der Lippen, Besaugen und Benagen des Körpers. Zunehmende Nervosität, Übererregbarkeit, Schreckhaftigkeit mit Abschlagen der Melkzeuge und unverhofftes Ausschlagen treten im weiteren Verlauf auf, bis die Kühe schließlich aggressiv werden, Artgenossen attackieren und auch das betreuende Personal angreifen. Dabei treten zunehmend Gewichtsverlust, Zähneknirschen, steifer Gang, Hinter- und Vorderhandschwäche, Kreisbewegungen und Festliegen auf. Ein bis drei Monate nach dem Auftreten der ersten Krankheitsanzeichen verenden die Tiere.

Durch das Fütterungsverbot von Tierkörpermehl an Wiederkäuer in Großbritannien seit 1988 ist die Zahl der Erkrankungen ab 1994 deutlich zurückgegangen.

Umfangreiche Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit von Mensch und Tier in England, Deutschland und der EU sollen genau wie die seit dem 1.1.1998 gültigen Bestimmungen zur Kennzeichnung und Registrierung von Rindern und die Etikettierung von Rindfleisch und Rindfleischerzeugnissen die Verbreitung der BSE verhindern.